
Definitionen aus der Forstgenetik
ZüF | Zertifizierungsring für überprüfbare Forstliche Herkunft Süddeutschland e.V. |
Zertifizierungsverfahren | Schaffung eines verbindlichen Rahmens zur Überprüfung der zu bescheinigenden Eigenschaft. |
Zertifizierung | Bescheinigung einer bestimmten Eigenschaft durch unabhängigen Experten. |
TKM oder TKG | Tausendkornmasse oder Tausendkorngewicht. Das TKM wird nach ISTA durch Wiegen von 8 Proben á 100 Samen pro Partie ermittelt. |
Stärkegelelektrophorese | Physikalische Methode zur Trennung von Isoenzymen in Stärkegelen anhand von Ladung und Größe der Moleküle. |
Stabilisotope | Bei Stabilisotopen handelt es sich um unterschiedliche Varianten desselben Elementes, welche identische chemische Eigenschaften haben. Ihre Masse ist jedoch unterschiedlich. Sie zerfallen nicht und sind daher auch nicht radioaktiv. Man arbeitet in der Landwirtschaft überwiegend mit Sauerstoff (O), Wasserstoff (H), Stickstoff (N) und Kohlenstoff (C). |
Selektion | Die Konsequenz unterschiedlicher Überlebenschancen und unterschiedlichen Reproduktionserfolgs von verschiedenen Genotypen in einem Kollektiv. |
RAL | Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. |
Produktzertifizierung | Bescheinigung der bestimmten Eigenschaft für ein bestimmtes Produkt. Zertifikat gilt nur für dieses Produkt (z.B. ZüF, FfV). |
Population | Aus Individuen einer Art zusammengesetztes Kollektiv, in welchem sich alle Individuen potentiell miteinander paaren können. |
Polymorphe Genorte | Genorte, welche in einem Kollektiv verschiedene Varianten (Allele) aufweisen. |
Polymorphismus | Auftreten von verschiedenen Phänotypen in einer Population; sie beruhen auf den unterschiedlichen Allelen eines Gens. |
PEFC | Internationales Waldzertifizierungssystem: Programme for Endorsement of Forest Certification Schemes |
Paarungssystem | Die Gesamtheit der Gesetzmäßigkeiten, welche die Paarung aller Individuen in einer Population determinieren. Ein spezielles Paarungssystem ist die Inzucht, bei welchem sich bevorzugt verwandte Individuen miteinander paaren. |
Mikrosatelliten | Kleinere funktionslose Abschnitte auf der DNA, in welchen einzelne Nukleotide oder Nukleotidgruppen vielfach wiederholt auftreten. |
Kontrollfall | Überprüfung eines Sachverhalts für eine bestimmte Partie (abgeschlossener Vorgang). |
ISTA | International Seed Testing Association. Legt Standards für die Keimprüfung fest. |
Isoenzyme | Enzyme mit identischer Funktion im Stoffwechsel aber einem leicht unterschiedlichen molekularen Aufbau. Diese Unterschiede (elektrische Ladung oder Größe) erlauben eine elektrophoretische Trennung der Varianten im Gel. |
Haplotyp | Genotyp mit ausschließlich mütterlichen Erbanlagen (mt-DNA bzw. cp-DNA). |
Isoenzymanalyse | Im Bereich der Forstgenetik derzeit gängiges Laborverfahren zur Erfassung und Identifizierung genetischer Strukturen auf der Basis von Isoenzymen. |
Gütesiegel | Bescheinigung bestimmter Qualitätsmerkmale ohne unabhängige Kontrolle (z.B. RAL). |
Genom | Das gesamte genetische Material eines Chromosomensatzes. |
Genotyp | Allelische Besetzung an einem oder vielen Genorten eines Individuums. |
Genort (=Genlocus) | Ein DNA-Abschnitt, welcher eine bestimmte Funktion dadurch kodiert, dass eine Transkription stattfindet. |
Genmarker | Merkmale (z.B. Enzymsysteme) können nach erfolgter Vererbungsanalyse als Genmarker genutzt werden. |
Genetische Vielfalt | Summe unterschiedlicher genetischer Typen (Allele, Genotypen) über alle untersuchten Genloci in einem Kollektiv. |
Genetische Variation | Im allgemeinen Sprachgebrauch verwendeter Begriff, der genetische Vielfalt und Diversität beschreiben soll. |
Genetische Strukturen | Häufigkeitsverteilungen genetischer Varianten innerhalb von Kollektiven. |
Genfluss | Verbreitung von Genen über weite Entfernungen durch Pollen oder Samen. |
Genetische Drift | Zufälliger Verlust seltener Allele bei drastischer Reduktion der Populationsgröße. |
Genetische Diversität | Maßzahl, in welcher die Anzahl und die Häufigkeit aller genetischen Varianten eines Kollektivs kombiniert sind. |
Genetischer Abstand | Maß, welches die Unterschiedlichkeit genetischer Strukturen zwischen zwei Kollektiven quantifiziert. |
Gen | Ein abgrenzbarer Abschnitt auf der DNS, der die Information zur Bildung eines Proteins enthält. |
Gemischte Zertifizierung | Bescheinigung der ordnungsgemäßen Betriebsführung (Bewirtschaftung) und der daraus hervorgehenden Qualität eines bestimmten Produktes (z.B. PEFC, FSC). |
Flaschenhalseffekt | Verringerung der Populationsgröße in einem so starken Maße, dass genetische Varianten verloren gehen (genetische Drift). |
FSC | Internationales Waldzertifizierungssystem: Forest Stewardship Council |
Enzym | Protein (Eiweißstoff) mit katalytischen Fähigkeiten, das eine chemische Reaktion beschleunigt. |
Cp-DNA | Chloroplasten-DNA, mütterliche Erbinformation bei Nadelbäumen. |
Mt-DNA | Mitochondrien-DNA, mütterliche Erbinformation bei Laubbäumen. |
DNA (veraltet: DNS) | Desoxyribonukleinsäure (acid): wesentliche chemische Bausteine der Chromosomen als Träger der Erbinformation. |
Betriebszertifizierung | Bescheinigung der ordnungsgemäßen Betriebsführung (z.B. ISO, ISTA-Zertifizierung für Saatgutprüflabors). |
Art | Gruppen sich miteinander kreuzender natürlicher Populationen, die hinsichtlich ihrer Fortpflanzungen von anderen Gruppen vollständig isoliert sind (Mayer 1969). |
seltene Allele | Per Definition: Allele, deren Häufigkeiten in Populationen ≤ 1% betragen. |
Allele | Aus Mutationen in der DNA-Struktur eines spezifischen Genorts hervorgegangene homologe Varianten. |